„Menschen Perspektiven aufzuzeigen, ist meine Philosophie.“

Schon wieder ein Elithera-Jubiläum: Oliver Abt ist seit 10 Jahren Partner. Seine Sport-Rehazentren in Herford und Vlotho sind die ersten Adressen für Spitzensportler aus Westfalen und über die westfälischen Grenzen hinaus.

Selbstständiger Unternehmer als Sportphysiotherapeut ist Oliver bereits seit 19 Jahren. Warum er sich nach neun Jahren Eigenregie für Elithera entschieden hat, was ihn antreibt und wieso das WDR-Fernsehen ihn heute ebenfalls interviewt… verrät er mir gleich.

Erst mal heißt es warten. Warten auf Oliver…

„Seit Ed Sheeran so erfolgreich unterwegs ist, stehen rothaarige Männer bei den Frauen ganz hoch im Kurs!“, soll Oliver in einer Bierlaune mal behauptet haben. Okay, das mag sein. Fakt ist aber, nur wegen seiner roten Haare ist Ed Sheeran nicht berühmt geworden. Der kann schon richtig was und genau da sehe ich die Parallele zu Oliver Abt.

Der ehemalige Waldorf Schüler führt gleich zwei erfolgreiche Sport-Rehazentren: in Herford und in Vlotho. Sport-Physiotherapie ist so seins. War es immer und wird es immer sein. Namhafte Spitzensportler aus der Handball-, Fußball-, Eishockey- und Leichtathletik-Szene geben sich hier die Klinke in die Hand. Unzählige gerahmte, mit persönlichen Dankesworten signierte Trikots an den Wänden der Sport Reha Herford zeugen von der Kompetenz und der Leidenschaft für gesunde Bewegung aller Mitarbeiter im Abtschen-Kader.

Auch Sebastian Dietz (Paralympics-Gold-Gewinner 2012 und 2016) trainiert hier regelmäßig für seine Wettkämpfe und wird, wie viele seiner Sportkollegen, physiotherapeutisch vom Chef persönlich betreut.

Besonderheiten der Sport Reha in Herford:

  • seit 2006 offizielles Rehazentrum des Olympiastützpunktes Westfalen
  • deutlicher Fokus auf Spitzensport
  • Therapie und Training auf ca. 1.200 qm, 33 Mitarbeiter
  • ca. 150 Behandlungen/Trainingseinheiten täglich*
  • die quietschgrüne Functional Box (u. a. für HIIT, Zirkeltraining
    funktionelle Übungen mit Eigengewicht, Übungen aus der Leichtathletik …)
  • tageslichtdurchflutete freie Trainingsfläche mit Dach- und Firstverglasung
  • Behandlungskabinen mit HEPA-Filter
  • KGG-Trainingsgeräte sind mit der Trainingssoftware YOLii ausgestattet
  • Parkplätze direkt vor dem Haus

Obwohl durch Corona-Auflagen momentan nur ärztlich verordnete Therapie möglich ist, herrscht hier reger Betrieb. Wir sitzen brav auf unseren Stühlen im Wartebereich, lassen die Beine baumeln und beobachten das bunte Treiben.

OA.: „Sorry, ich bin spät dran! Sitzt ihr schon lange da? Der WDR ist im Haus und ich musste mich da eben nochmal kümmern.“

Mit diesen Worten kommt Oliver um die Ecke gebürstet, ein bisschen außer Atem aber bestens gelaunt. Der Mann ist immer in Bewegung, hat seine Augen und Ohren überall und wenn seine Körperhaltung eine Ruheposition erahnen lässt, steht er höchstens in Startposition für das nächste Ziel. Es ist eine echte Herausforderung, von ihm ein Foto zu schießen, das nicht verwackelt ist (ich weiß, wovon ich spreche). Deshalb habe ich heute zur Unterstützung meine Kollegin Kaya Sievers im Schlepptau, die sicherlich Unmögliches möglich machen wird.

Kommen wir gleich zum aktuellen Tages-Geschehen. Olli, warum ist der WDR heute hier?

OA: „Die drehen einen Beitrag über regionale Unternehmen, die erfolgreich Menschen mit Schwerstbehinderung inkludiert haben. Der WDR ist über die sozialen Medien auf uns aufmerksam geworden. Da haben wir Katharina Calmer als neue Mitarbeiterin vorgestellt. Sie ist trotz Tetraplegie ihren Aufgaben vollends gewachsen. Als gelernte Hotelfachfrau ist sie mittlerweile eine wichtige und wertvolle Kraft an unserer Rezeption. Heute geht es um ihren Werdegang – von der Hospitation über die gesamte Bürokratie, die Anforderungsprofile ihres Arbeitsplatzes, bis hin zu ihrem Setting. Ich werde nachher auch kurz befragt, bin aber ausnahmsweise mal nicht der Star ;-).“

Wie aufwendig war es, Katharinas Arbeitsplatz einzurichten und was hat Dich das gekostet?

OA: „Alle Anforderungen umzusetzen war sehr umfangreich. Katharina war schon die treibende Kraft und eine große Hilfe bei der Kommunikation mit Behörden, der Rentenversicherung etc.

Menschen mit Handicap wissen oftmals am besten, wo sie etwas beantragen können. Es war okay, Verantwortung an Katharina abzugeben und das Ganze gemeinsam zu schultern. Die Rentenversicherung hat den Löwenanteil der Kosten übernommen. Katharina brauchte z.B. einen Stehrollstuhl, um mit Patienten auf Augenhöhe zu kommunizieren, eine extra Spastiker Tastatur, Trackball-Maus, Dragon Dictate (Sprachsteuerung), Notfalltransponder… wir haben unsere Unternehmensprozesse angepasst… da gehört schon einiges dazu und es dauert auch seine Zeit, bis alles in trockenen Tüchern ist. Du fragst nach Kosten? Alles in allem sehe ich den Gewinn – nämlich eine großartige Mitarbeiterin für unser Team.“

„Wir zeigen Menschen Perspektiven auf. Das ist unsere Philosophie.“

Oliver Abt

… und eine perfekte Überleitung zu Elithera, denn im Grunde genommen machen wir ja genau das für unsere Partner.

OA: „So ist es. Sind wir doch mal ehrlich, die meisten Physios, ob Selbstständige, Existenzgründer oder von mir aus auch der gerade frisch examinierte Nachwuchs wissen doch gar nicht um ihre Möglichkeiten. Bei Elithera ist die Inspiration für Perspektiven auf allen Ebenen grandios. Und plötzlich denkst Du: Ach, guck an, warum bin ich nicht längst selbst darauf gekommen?

Gehen wir doch bitte ein paar Schritte zurück zu Deinen Anfängen. Traumjob Physiotherapeut – ein Herzenswunsch von Dir?

OA: „Na ja, ganz so romantisch war es nicht. Ich bin Physiotherapeut geworden, weil ich keinen Plan hatte, was ich nach meinem Zivil-Dienst machen sollte. Als mein Vater aus der Kur wiederkam, meinte er: „Werd’ doch Physiotherapeut. Die hatten immer viel Spaß.“ Klingt lustig, ist aber ernsthaft ein Teil meiner Persönlichkeit geworden. Ich muss an den Dingen, die ich tue, Spaß haben, sonst mache ich sie nicht. Ergo ich bin Physiotherapeut, weil ich es gerne bin.“

Das heißt, Du behandelst immer noch regelmäßig Patienten?

OA: „Klar, hier… das ist mein Plan!“ Oliver präsentiert mir seinen Terminkalender mit ausgestrecktem Zeigefinger.

OA: „Ich behandele meine Spezies, meine Sportler und besondere Härtefälle.“

Du hast angefangen als Physiotherapeut, warst erst angestellt, hast die „Sportschiene“ für Dich entdeckt und Dich dann als Sportphysiotherapeut – damals noch mit einem Geschäftspartner – selbstständig gemacht. Das ging neun Jahre gut?

OA: „Ja. Wir hatten im hinteren Bereich eines Fitnessstudios Räume angemietet und haben hauptsächlich Sportvereine betreut. Unser Betreuungskonzept (angelehnt an die Arbeit von Klaus Eder, 30 Jahre Physiotherapeut des DFB) war damals einzigartig auf weiter Flur. Irgendwann habe ich mich mit meinem Partner überworfen. Es lief nicht mehr rund zwischen uns. Das hatte hauptsächlich betriebswirtschaftliche Gründe.“

Und in dieser Phase hast Du Karsten Wegener** kennengelernt?

OA: „Über XING, das weiß ich noch. Er meinte, komm doch mal vorbei und schau Dir an, was ich hier gemacht habe. Und ich bin hingefahren, nach Hameln.“ Wie einfach es doch manchmal ist 🙂

OA: „Er hat mir dann alles erklärt und gezeigt. Das klang für mich von vorne bis hinten plausibel. Am besten gefielen mir seine Netzwerkgedanken. Das hat mich damals total begeistert, tut es heute ja noch und genau da habe ich das meiste Potenzial gesehen.“

Netzwerk? Du warst erst der zweite Partner im Bund!

OA: „Da siehst Du mal, wie vorausschauend ich war. Einen konkreten, unmittelbaren Nutzen hatte ich natürlich auch. Ich war damals an der Gruppenzertifizierung ISO 9001 (zentrales QM-System) interessiert, darum habe ich unterschrieben. Und man gut!

Wieso?

OA: „Ein halbes Jahr später flatterte uns die Kündigung für unsere damaligen Praxisräume in den Briefkasten. Wir sollten da raus, und zwar schnell. Jetzt musste Karsten mit Elithera seinen Worten Taten folgen lassen. Und das hat er: Planung, Umbau, Umzug, Eröffnungsmarketing, Zulassung… innerhalb eines halben Jahres von 550 qm auf 850 qm, bei vollem Betrieb. Das schaffst Du nicht alleine. Aber ich war jetzt ja auch nicht mehr alleine. Ich war Elithera-Partner.“

Und Ihr habt es geschafft! Gemeinsam! Ich muss spontan in die Hände klatschen, weil ich diese Leistung wirklich beachtlich finde.

OA: „Ja.“

Dein ehemaliger Geschäftspartner ist hier, in dieses Gebäude nicht mit eingezogen?

OA: „Nein. Wir hatten unsere Geschäftsbeziehung vor dem Umzug aufgelöst. Das kam auch noch dazu!“

Dieser Netzwerkgedanke, der Dich für Elithera begeistert – was genau meinst Du damit?

OA: „Zum Beispiel Benchmark – der ehrliche und offene Austausch mit den anderen im Netzwerk. Vergleichen, ein bisschen mit dem Wettbewerb kokettieren, z.B. bei den Marketingaktionen. Wo sonst kriege ich so ungefilterte, echte Informationen?! Im Elithera Netzwerk gibt es kein Konkurrenzverhalten. Du kannst hier mit wahnsinnig interessanten und fähigen Kollegen Lösungen für Dich selbst erarbeiten. Wir profitieren alle vom gegenseitigen Ansporn und dem Pioniergeist, mit dem unsere Pilotpraxen innovative Konzepte für uns alle gangbar machen.“

Warum sollte jemand der schon selbstständig ist und sich erfolgreich glaubt, trotzdem Elithera-Partner werden?

OA: „Die Frage gebe ich zurück. Warum sollte jemand nicht Elithera-Partner werden? Das Geld kann es doch wohl kaum sein! Ich bitte Dich. Wer nur einen Bruchteil der Elithera-Leistungen einzeln einkaufen würde, müsste erheblich tiefer in die Tasche greifen.

Grundsätzlich sollte sich jeder fragen, ob er es sich eigenbrödlerisch schwer machen möchte oder sich einfach in einem starken Verbund bewegen und weiterentwickeln will.“

Apropos Weiterentwicklung: Du machst gerade den NLP Medical Practitioner. Ein Schulungskonzept, das Elithera in Zusammenarbeit mit dem Bildungsinstitut Qualifyou entwickelt hat – speziell für Praxisinhaber. Warum machst Du da mit?

OA: „Um mitreden zu können und weil ich Andrea so mag. Nein, Spaß.“ Andrea Bolte ist die hinreißende und top-qualifizierte Seminarleiterin, ich mag sie auch sehr.

„NLP war für mich schon immer ein Thema. Ich bin in einer Psychologen-Familie groß geworden. Grundkenntnisse über menschliche und persönliche Entwicklungsstufen habe ich schon aus der Waldorfschule mit ins Erwachsenenleben getragen. Der NLP Medical Practitioner ist ein fokussierter NLP Kurs, speziell für Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen. Das Niveau der Teilnehmer ist gigantisch, da ist richtig Performance drin. Wir haben fast alle den gleichen Background.“

Du bist Vater einer Tochter, Teilzeit-Hundebesitzer und Viel-Verreiser. Wie vereinbarst Du Privates und Beruf?

OA: „Ich verbinde beides. Es gibt für mich keine klare Trennung im klassischen Sinne – bis auf die Zeiten mit meiner Tochter. Erreichbar bin ich eigentlich immer. Durch die Digitalisierung haben wir die Möglichkeit, vieles on demand zu machen. Außerdem haben wir Struktur-Konzepte für unseren Praxisalltag von Elithera übernommen, die mittlerweile zum Selbstläufer geworden sind. Meine Mitarbeiter haben unsere Prozesse adaptiert.“

Das heißt, der Laden läuft auch ohne Dich?

OA: „Selbstverständlich. Im Sommer bin ich drei Wochen mit meiner Tochter unterwegs. Hier (er kreist einen Zwei-Wochen-Radius auf seinem Kalender ein) … mache ich den Segelschein an der Ostsee und dann bin ich ja auch noch als Physio-Betreuer bei den Paralympics dabei, hoffentlich, drück die Daumen, dass die Spiele stattfinden dürfen. Meine Spartenleiter managen alles, wenn ich weg bin.“

Kannst Du Deinen „immer wieder“ oder Deinen „immer noch“ Elithera-Nutzen definieren?

OA: „Im Tagesgeschäft profitieren hauptsächlich meine Mitarbeiter, u.a. durch beschriebene Praxis-Prozesse und direkte Ansprechpartner in der Systemzentrale. Ich bekomme Unterstützung und nutze die Sonderkonditionen von Systemlieferanten, zum Beispiel bei der Realisierung neuer Projekte.

Die da wären?

OA: „Integrierung einer Ergotherapie in Vlotho, gemeinsam mit Florian Volkmann (Elithera-Partner aus Rinteln) – das steht jetzt kurzfristig bevor und mittelfristig geplant ist die Eröffnung einer NeuroReha in Bielefeld.“

Spannende Pläne. Das bedeutet, Du gehst nach 10 Jahren mit Elithera in die Verlängerung?

OA: „Könntest Du Dir etwa Elithera ohne mich vorstellen?“

Nie im Leben! 🙂

Danke Olli, für die konstruktive Zusammenarbeit mit Dir. Danke für 6 Jahre Elithera-Beiratsdienst, für Deinen immerwährend sprudelnden Ideen-Geist und Deine alles außer gewöhnliche Persönlichkeit, die uns fortwährend frischen Wind in die Segel bläst. Auf zu neuen Ufern!


Möchtest Du Deine eigene Elithera-Erfolgsgeschichte erleben? Dann informiere Dich jetzt über Deine Möglichkeiten in unserem Franchise- und Lizenzsystem!


* vor Corona-Auflagen

**gemeinsam mit seiner Frau Gabriele Wegener Gründer und Geschäftsführer, Elithera Franchise- und Lizenzsystem für Physiotherapiepraxen

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Formgewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller Geschlechter.

10 Jahre Elithera!

Das Magazin zum Jubiläum