Karriere- und Verdienstmöglichkeiten für Physiotherapeuten

Beatrice Säck ist Physiotherapeutin mit Herz und Verstand. Im Interview spricht sie über ihre berufliche Entwicklung in den letzten fünf Jahren, ihre Karriere- und Verdienstmöglichkeiten.

In fast allen Bundesländern gilt bereits die Schulgeldbefreiung, zumindest eine Schulgeldsenkung für angehende Physiotherapeuten – teilweise wird sogar eine Ausbildungsvergütung bezahlt*. Wenn Physiotherapeutin Bea (im echten Leben Beatrice Säck) das hört, wird sie richtig sauer. Nicht etwa, weil sie vor acht Jahren noch knapp 13.000 Euro für ihre dreijährige Ausbildung hinblättern musste – damit ist sie fein – sondern weil sie es einfach ungerecht findet, dass es noch immer keine einheitliche, deutschlandweite Regelung gibt. Sie betreut u. a. Schüler aus kommunalen Lehreinrichtungen, die eine Vollzeit-Ausbildungsvergütung von rund 1.000 Euro monatlich erhalten. Da ist der Sprung zum Einstiegsgehalt als frisch ausgebildeter Physio im Gegensatz zu den Erwartungen natürlich kein riesengroßer. Physiotherapeuten Anwärter an Privatschulen verdienen während ihrer Ausbildung nichts – es sei denn, ihre Praxisstunden als Schulpraktikant werden freiwillig von ihren „Kurzzeitarbeitgebern“ vergütet. So unterschiedlich wie der Start ins Berufsleben als Physiotherapeut sind auch die Karriere- und Verdienstmöglichkeiten. „Jeder“, findet Bea, „kann dafür die Richtung selbst festlegen und seine Hand mit ans Steuer legen.“

Warum Bea für ihr berufliches Zuhause bewusst eine privat geführte Gesundheitseinrichtung gewählt hat, wie sie sich in den letzten fünf Jahren als Physiotherapeutin bei Elithera entwickelt hat und weshalb sie ihr Gehalt absolut okay findet, klären wir gleich.

Ich habe während meiner Ausbildung zur Bürokauffrau ca. 150 DM monatlich verdient, das war aber noch zu Zeiten in denen garantiert Schnee von November bis März lag. Im Vergleich zu nichts wäre das ja heute – in Euro – immerhin etwas. Warum investiert jemand so viel Geld in seinen Traumberuf? Das frage ich heute eine, die es wissen muss: Die Detmolderin Beatrice Säck, 28 Jahre alt, Physiotherapeutin B.Sc. und therapeutische Leiterin bei unserem Elithera Lizenzpartner Reha-Zentrum Salutaris GmbH & Co.KG.

Bea! Danke, dass Du Dir heute die Zeit nimmst. Bea strahlt mich an, nickt selbstverständlich und schaut auf die Uhr. Um 12 Uhr hat sie ihren nächsten Termin. Wir haben noch eine knappe halbe Stunde für unser Interview. Mich würde das stressen, Bea nicht. Sie ist es gewohnt, im Takt zu arbeiten. Um Physiotherapeut zu werden, braucht es hauptsächlich eins: Leidenschaft. Beatrice brennt für ihren Beruf, das spürt man sofort. Menschen auf ihrem Genesungsweg zu begleiten und gemeinsam erreichte Erfolge zu feiern, ist genau ihr Ding. Sie geht auf die Menschen zu, ist kommunikativ und maximal sympathisch.

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Bea ist auch in ihrer Freizeit gerne unter Menschen. Sie spielt Klarinette in einem Orchester, hat einen großen Freundeskreis und ist sportlich ambitioniert.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, Physiotherapeutin zu werden?

BS: „Ich gar nicht. Meine Schwester meinte, dass der Beruf Ergotherapeutin gut zu mir passen würde. Ich habe ein Praktikum in einer Reha Klinik gemacht und mir Ergo- und Physiotherapie angeschaut. Sorry Ergos, aber ich habe mich sofort in Physiotherapie verliebt.“

Und wie hat Dein Umfeld auf Deinen Berufswunsch reagiert?

BS: „So und so. Die einen haben sich auf einen direkten Draht zu ihrer persönlichen Physiotherapeutin gefreut, andere haben darüber gewitzelt, dass ich in dem Job nicht angemessen verdienen würde. Ehrlich gesagt, war das Thema Geld nie meine Intention für meine Berufswahl. Mir war es immer das Wichtigste mit dem, was ich tue, glücklich zu sein. Kein Geld der Welt kann Dich dafür entschädigen, wenn Du morgens mit Bauchschmerzen zur Arbeit gehst. Obwohl das eine das andere ja nicht ausschließt. Du weißt, was ich meine.“

Klar. Wie hoch war Dein Einstiegsgehalt?

BS: „2.000 Euro ** brutto.“

Fandest Du das angemessen?

BS: „Absolut. Ich hatte mein Studium noch nicht abgeschlossen, kam frisch von der Schule und hatte so gut wie keine praktische Erfahrung am Patienten. Ich war als Arbeitskraft nur bedingt einsetzbar.“

Heißt für mich, Dein Gehalt ist mit Deinen Qualifikationen und Deiner Einsatzbereitschaft gestiegen?

BS: „Genau. Das Thema Gehälter in der Physiotherapie führt immer wieder zu kontroversen Diskussionen. Oft schwingt da viel Missmut mit. Das ist mir mitunter zu einseitig und zu passiv gedacht. Ich bin da eher aktiv progressiv. Wer sich weiterentwickelt, besser und flexibler einsetzbar ist, kann auch mehr Gehalt verlangen. Leistung ist immer eine gute Basis für Gehaltsverhandlungen. Das ist meine persönliche Erfahrung. Es gibt natürlich immer Ausnahmen.“

BS: „Ich betrachte mich selbst nicht als Geringverdiener.“

Warum hast Du Dich für eine private Einrichtung entschieden und nicht für eine Klinik oder ein Krankenhaus als Arbeitgeber? Ich höre immer wieder, dass die Arbeitsplätze da heiß begehrt sind.

BS: „Für mich kam das nie infrage. Patienten nur „anzubehandeln“ und dann auf nimmer Wiedersehen in die Welt zu verabschieden, würde mich auf Dauer unzufrieden machen, denn bei einem Krankenhausaufenthalt oder einer stationären Reha Maßnahme ist die Verweildauer der Patienten zeitlich begrenzt. Das wertvolle an meinem Beruf sind für mich die nachhaltigen Behandlungserfolge, das gegenseitige Vertrauen und der gemeinsame Weg, den man zum Teil über Jahre miteinander geht. Ich möchte Menschen bei ihren Gesundheitszielen begleiten und freue mich, wenn sie immer wieder zu mir kommen, weil sie sich gut behandelt fühlen.“

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Bea in ihrem Element: „Wenn Du Patienten gut behandelst, kommen sie gerne wieder zu Dir!“

Und das Gehalt? Ist das in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen nicht per se immer höher?

BS: „Sagt wer? (Bea lächelt) Vielleicht, vielleicht nicht. Auf jeden Fall ist es bequemer, weil Du Dein Gehalt nicht verhandeln musst, aber auch statischer, weil es wenig oder gar keine individuellen Spielräume gibt. Zum Beispiel für geldwerte Vorteile oder leistungsbezogene Vergütung. Die Hierarchien sind oftmals starr. Wenn Du Dich schnell entwickeln willst und auch Aufgaben abseits der Bank übernehmen möchtest, hast Du in der Privatwirtschaft einfach mehr Möglichkeiten. In vielen Kliniken gibt es einen Topf für das Fortbildungsbudget, das unter allen Therapeuten aufgeteilt wird. Wenn der Topf leer ist, wartet man aufs nächste Jahr. Mich hätte das ausgebremst. Bei Elithera wurde und werde ich in meinem Tempo gefördert.“

Stimmt, Du hast ja in den letzten fünf Jahren und sogar schon während Deiner Ausbildung, richtig Gas gegeben. Welche Fortbildungen hast Du bereits absolviert?

BS: „Angefangen habe ich mit dem Studium ‚Bachelor of Science‘ dual zu meiner dreijährigen Ausbildung. Nach meinem Staatsexamen als Physiotherapeutin musste ich noch ein Jahr studieren, habe aber parallel schon hier bei Elithera im Salutaris gearbeitet. Außerdem habe ich die fachlichen Fortbildungen: manuelle Lymphdrainage, manuelle Therapie und KGG noch drangehängt.“

Respekt! Wenn Du das Gesamtpaket in Summe mal in Euro überschlägst?

BS: „Über 20.000 Euro.“

Mein Gedankenblitz: ein fast nagelneues Mini Cooper Cabriolet!

BS: „Mag sein, doch im Gegensatz zu einem schicken Kleinwagen, verliert meine Investition nicht an Wert – ganz im Gegenteil. Ich kann sie jeden Tag gebrauchen und dabei nutzt sie sich weder ab, noch geht sie irgendwann kaputt.“ 😉

Sie hat dermaßen recht! Inwiefern wurdest Du bei Elithera von Deinem Arbeitgeber in Deiner beruflichen Entwicklung unterstützt?

BS: „Ich wurde von Anfang an in die Richtung gefördert, in die ich mich entwickeln wollte – sei es in Bezug auf meine Aufgaben hier im Unternehmen oder meine Weiterbildung. Verantwortung übernehmen, ja – eine Leitungsposition anzustreben, war allerdings nicht von vorneherein mein Plan. Meine Vorgesetzte Henrike Althof-Schulz hat mich dahin gehend motiviert, aufgebaut und auf dem Weg dahin begleitet.“

Viele unserer Elithera-Partner bieten ihren Mitarbeitern ein leistungsbezogenes Vergütungsmodell auf freiwilliger Basis an. Für ambitionierte Mitarbeiter eine tolle Möglichkeit, ihre Gehaltsschraube nach oben zu drehen.

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„Teamwork makes the Dreamwork“ Zwei, die sich super verstehen: (re) Henrike Althof-Schulz (Geschäftsführende Gesellschafterin, Reha-Zentrum Salutaris GmbH & Co.KG) und (li) Bea in der Diätküche für ambulante Rehapatienten.

Wie wurde Deine Weiterbildung gefördert?

BS: „Meine Fortbildungskosten für manuelle Lymphdrainage und manuelle Therapie wurden komplett von meinem Arbeitgeber übernommen. Als Nächstes steht meine Bobath-Weiterbildung an, die auch bezahlt wird. Ich durfte ferner eine Führungskräfteschulung auf Kosten des Hauses besuchen und bin jetzt schon zum zweiten Mal eingeladen, bei der jährlichen Elithera-Partnertagung für zwei Tage dabei zu sein.“

Du hast jetzt eine verantwortliche Leitungsposition für den Therapiebereich. Über wie viele Mitarbeiter reden wir?

BS: „15.“

Was sind Deine Aufgaben?

BS: „Die sind vielseitig. Ich begleite zum Beispiel neue Mitarbeiter in ihrer Einarbeitungsphase. Wenn jemand zu uns ins Team kommt – und das ist besonders für Berufsanfänger wichtig – lassen wir ihn erst einmal in alle Bereiche reinschnuppern und schauen gemeinsam, in welchen Therapiebereich sie oder er sich orientieren möchte. Wo sieht sich der Mitarbeiter selbst? Wie können wir den Mitarbeiter optimal nach seinen Stärken einsetzen? Jetzt bin ich diejenige, die Perspektivgespräche führt und Mitarbeiter bei ihrer Entwicklung unterstützt. Ich bin Ansprechpartnerin für den Therapieablauf, für Beschwerdemanagement und habe immer ein offenes Ohr für Wünsche oder Verbesserungsvorschläge.“

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Qualitätsmanagement war einer der Schwerpunkte in Beas Studium. Bei Elithera im Salutaris kann sie ihr Wissen vielseitig einsetzen.

Ist Selbstständigkeit, die eigene Physiotherapiepraxis, ein Thema für Dich?

BS: „Aktuell? Nein. Ich bin mir ohnehin nicht sicher, ob ich der Typ für eine eigene Praxis wäre. Ich bin ein sehr reflektierter Mensch und habe Bedenken, ob ich als Selbstständige Berufliches und Privates so trennen könnte, wie ich es für mich brauche. Wenn ich nicht abschalten kann, wenn die Grenzen da verschwimmen, würde mich das auffressen. Ich mag mein Arbeitsleben gerade so, wie es ist, genieße die Abwechslung, den Rückhalt und die Zusammenarbeit im Team. Ich bin angekommen. Alles super.“

Bea! Ich danke Dir für Deine Offenheit. Und schon ist sie weg. Wow! Klasse Frau.

Wenn Du als Existenzgründer oder Praxisinhaber wissen möchtest, warum wir bei Elithera die tollsten Mitarbeiter haben und welche Konzepte wir unseren Elithera-Partnern zur Mitarbeitergewinnung und -begeisterung anbieten, klick hier für Deinen persönlichen Erfahrungstermin.

Deinen Traumjob bei Elithera findest Du deutschlandweit: www.elithera.de/jobs

*PHYSIO DEUTSCHLAND hat hierzu eine Liste zur Schulgeldfreiheit veröffentlicht: https://www.physio-deutschland.de/fileadmin/data/bund/Dateien_oeffentlich/Beruf_und_Bildung/Ausbildung/Bundeslander-Schulgeldfreiheit-2020.pdf

**Jeder unserer Elithera-Partner ist selbstständiger Unternehmer und bestimmt die Gehälter seiner Mitarbeiter selbst. Das hier genannte Einstiegsgehalt ist ein individuelles Beispiel und kann an anderen Standorten sowie Bundesländern abweichen.


Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller Geschlechter.

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