Als Mitarbeiter die Praxis übernehmen

Physiotherapeut Kay Schwarz und Fitnessökonomin Jacqueline Knippel hatten in Führungspositionen das Ende ihrer Karriereleiter erreicht. Der nächste logische Schritt war beiden klar: die eigene Praxis.

Selbstständig machen geht auch chillig: einfach eine gut laufende Praxis übernehmen und dem Ganzen die persönliche Note aufdrücken. Okay, perfekte Einleitung, aber das wahre Leben sieht doch anders aus, denn irgendwas ist ja immer. Bei Kay und Jacky wurde die chillige Übernahme erst von Corona-Auflagen durchkreuzt und dann haben Knall auf Fall drei Therapeuten auf einmal gekündigt. Yeah! Wie die Übernahme der Praxis ablief, was sich seitdem verändert hat und warum Kay und Jacky jeden Tag von Elithera profitieren, erzählen die beiden im Interview.

Besonderheiten des Elithera Gesundheitszentrums Saar:

  • 340 m2 Fläche für Physiotherapie, Ergotherapie und med. Gerätetraining
    + 150 m2 Fläche auf der gleichen Etage vis-à-vis kommen demnächst noch dazu. Wenn diese neuen Räumlichkeiten komplett renoviert sind, wird die Ergotherapie hier hin ausgelagert.
  • 13 Mitarbeiter
  • Behindertenparkplätze sind naheliegend verfügbar
  • Ambulante Betreuung und Versorgung für Patienten nach Amputationen (auch BG Patienten)
  • Gehschule für Patienten nach Amputationen
  • Die etablierte Praxis liegt in der Saarbrückener Innenstadt an der Berliner Promenade. Bus- und Bahnhaltestellen befinden sich in direkter Umgebung.
  • Die Praxis ist im 2. Stock und via Treppe oder Fahrstuhl erreichbar.
  • Angebot von Haus- und Heimbesuchen.

Ein glücklicher Zufall

Kay, der bereits seit 7 Jahren im Elithera Gesundheitszentrum Saar gearbeitet hatte – die meiste Zeit davon als leitender Physiotherapeut – war schon immer der Unternehmertyp. Irgendwann, das wusste er, würde er sich selbstständig machen. Immerhin kam er mit seinem Job im Gesundheitszentrum und seiner Privatpraxis auf 60 bis 70 Arbeitsstunden pro Woche! Hallo?! Wer kommt da nicht auf die Idee, dass es Zeit für etwas Eigenes wird? Und die Zeit war überreif für eine Entscheidung.

Jacqueline erging es ähnlich. Sie hat 2008 im Elithera Gesundheitszentrum Saar angefangen und dort als damalige Studentin Praxiserfahrung gesammelt. Nach ihrem Studium hat sie als Assistentin der ehemaligen Inhaberin alle Management- und Organisationsaufgaben verantwortlich mit übernommen, wurde im Training sowie in der Buchhaltung eingesetzt. Warum also nicht gleich eine eigene Praxis leiten – ohne Abstriche und Kompromisse?

Da passte es sich hervorragend, dass sich die ehemalige Inhaberin und Elithera-Partnerin, Martina Grünhagen, 2019 aus privaten Gründen zurückziehen wollte. Aus einer anfänglich geplanten Teilhaberschaft wurde dann doch ein Alleingang von Kay, der Jacqueline mal eben „Zack“ zur Geschäftsleitung beförderte.

JK: „Ich arbeite mit Herzblut in dieser Praxis und meine Beförderung zur Geschäftsleiterin war eine wahnsinnige Motivation für mich.“

Ich bin mit den beiden heute zu einem Plausch via Zoom verabredet und freue mich sehr, dass sich Kay und Jacky die Zeit für mich nehmen.

Hallo Ihr zwei, schön Euch zu sehen! Unser Thema heute ist ja Übernahme einer Praxis. Übernahme klingt so feindlich, aber Ihr habt ja ein freundschaftliches Verhältnis zu der ehemaligen Inhaberin, oder?

KS: „Absolut. Martina hilft sogar bis heute noch ab und zu Mal aus, wenn Not am Mann ist.“

War die Übernahme ein schleichender Prozess oder habt Ihr einen harten Cut gemacht?

JK: „Ein schleichender Prozess. Martina hat sich nach und nach rausgezogen und wir haben Schritt für Schritt das Ruder übernommen.“

Und Jacky, der Kay, … früher Dein Kollege, heute der Chef, wie macht er sich so?

JK: „Wenn ich ehrlich bin, hätte ich das Kay nie zugetraut. Ich meine, früher da kam er, hat seine Arbeit gemacht und ging wieder. Seine Veränderung hat mich echt überrascht. Er hat sich durch seine Verantwortung als Unternehmer toll entwickelt.“

Du aber auch. Ihr seid ein starkes Team! Stichwort Veränderung. Was läuft jetzt hier anders als vorher?

KS: „Wir haben die Stellschrauben noch mal nachgedreht und unsere Abläufe gestrafft. Auch die Praxis optisch aufzupolieren, war uns wichtig. Wir haben renoviert und neue Trainingsgeräte angeschafft. Außerdem fanden wir, dass es an der Zeit war, in die Digitalisierung der Praxis zu investieren. Jetzt sind zum Beispiel alle Arbeitsplätze unserer Therapeuten für die Dokumentation mit Bildschirmen und Tastaturen ausgestattet.“

JK: „Wir haben unsere therapeutische Ausrichtung erweitert und Ergotherapie als Leistungsergänzung mit aufgenommen. Dafür bieten wir keine Gruppen oder Kurse mehr an. Durch die Corona-Auflagen war und ist das für uns nicht mehr lukrativ.“

Da habt Ihr ja ordentlich herumgewirbelt. Wie hat Euch Elithera dabei unterstützt?

JK: „Kay war gefühlt rund um die Uhr mit der Systemzentrale, vor allem mit Mandy in Verbindung (lacht).“

KS: „Wir hatten eine komplett durchgehende Betreuung durch die Systemzentrale, das muss ich sagen. Angefangen mit der Finanzierung über Erfolgsrechnungen, Kostenaufstellungen, Businessplan und, und, und.“

JK.: „Elithera steht halt immer hinter Dir, egal was passiert, egal was ist!“

Kay, Du hättest ja die Möglichkeit gehabt, eine andere Praxis zu übernehmen oder zu eröffnen – ohne Elithera. Als Mitarbeiter hast Du schon viel von unseren Konzepten mitbekommen. War für Dich von Anfang an klar, dass Du Dich als Elithera-Partner selbstständig machen möchtest?

KS: „Ja.“

Wieso?

KS: „Einer der größten Vorteile ist das Netzwerk. Das ist für Außenstehende schwer zu beschreiben, wir stehen im ständigen Austausch mit den anderen Elithera Partnern – sei es im Forum* oder mal eben schnell per Telefon. Und das alles ohne Konkurrenzdenken. Wir sind alle selbstständige Physios, die auf Augenhöhe miteinander kommunizieren. Wir helfen uns gegenseitig, das hast Du sonst nirgends. Außerdem die Homepage, das ganze Marketing, die Prozesse im Handbuch … wenn ich das alles allein machen müsste … so viel Zeit habe ich gar nicht.“

JK: „Und wir haben immer einen Ansprechpartner, egal was ist. Wir können alles fragen. Es ist immer jemand da, der uns hilft.“

KS: „Ganz ehrlich, die Franchise-Gebühren sind im Verhältnis zum Nutzen absolut angemessen. Wir haben definitiv mehr Nutzen als Kosten.“

Das heißt, Ihr profitiert auch ohne besondere Umbauvorhaben/Projekte im Tagesgeschäft von Elithera?

JK: „Seit Kay die Praxis übernommen hat nutzen wir Elithera mehr denn je. Ich ziehe mir von Euch die Prozesse für Personalwesen, fürs Controlling, überhaupt die ganzen Vorlagen und Anleitungen für unsere gesamte Struktur und Ordnung der Praxis – es ist alles da. Bei uns läuft nichts mehr ohne eine Checkliste, To-do-Liste oder unser Whiteboard. Ein strukturiertes Vorgehen in allen Bereichen verbessert die interne Kommunikation im Team ungemein und gibt den Mitarbeitern Sicherheit. Wir nutzen die Tools von Elithera wirklich intensiv.“

Eure Mitarbeiter haben den Wechsel in der Praxisführung also auch gut aufgenommen?

KS: „Tatsächlich hatten wir hier eine Umbruchphase. (Eine Steilvorlage, aber ich halte mich zurück 🙂 Es sind kaum noch Mitarbeiter aus meiner Angestelltenzeit da – nicht meinetwegen, sondern weil sich zwei Kollegen im Jahr vor der Übernahme ebenfalls selbstständig gemacht haben und einen anderen Mitarbeiter von uns mitgenommen haben.“

JK: „In der Praxis fehlten uns damit drei Therapeuten!“

Ui, wie blöd! Habt Ihr mittlerweile personell wieder aufstocken können?

KS: „Klar. Aktuell haben wir (inklusive Teilzeitkräfte) 13 Mitarbeiter, davon (seit April letzten Jahres) zwei Ergotherapeutinnen. Übernommen habe ich die Praxis mit fünf Mitarbeitern. Trotz Corona-Krise haben wir unser Team fast verdreifacht. Kürzlich habe ich noch drei ehemalige Physio-Praktikanten eingestellt, die demnächst bei uns anfangen.“

Jau. Womit auch die Frage geklärt wäre, warum wir in Deutschland Fachkräftemangel haben und Physiotherapeuten scheinbar vergriffen sind – die beiden schlagen rücksichtslos zu 🙂

Habt Ihr Einbußen durch Corona hinnehmen müssen? Ich weiß, das böse C-Wort hängt allen schon zu den Ohren raus, aber es bleibt leider aktuell.

JK: „Ja. Ca. 40 % unserer Patienten sind uns in der ersten Lockdown-Phase weggebrochen. Wir behandeln viele geriatrische Patienten, die ungeimpft nicht kommen wollten. Und natürlich die Ausfälle im Trainingsbereich.“

KS: „Seit Mai läuft es wieder richtig rund. Wir sind 100 %ig ausgelastet.“

JK: „Wir haben aber auch viel Aufklärungsarbeit geleistet – bei Ärzten, Heimleitungen und unseren Patienten. Durch Elithera hatten wir ein richtiges Krisenmanagement. Wir haben Kommunikationsmaterial an die Hand bekommen – von Arztbriefvorlagen über Rückholaktionen bis hin zu Social-Media-Postings. So konnten wir weiterhin wirtschaftlich arbeiten. Wir mussten keinen Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken. Ohne Elithera wäre das bestimmt nicht möglich gewesen.“

Wir hoffen auf eine weiterhin positive Entwicklung der Pandemie-Lage.

Liebe Jacky, lieber Kay, ein Besuch bei Euch ist natürlich von uns gewünscht, gewollt und fest versprochen. Wir warten auf Eure neue Ergo-Praxis, die dieses Jahr noch eröffnet wird?

KS: „Wenn alles klappt … 😉 .“

Großartig! Und wir werden berichten. Vielen Dank für das Interview und dass Ihr Elitheras seid! Ich starte jetzt mit Best-Laune in den Tag und freue mich darauf Euch auf unserer Erfa-Tagung zu sehen.

Wenn Du Dich wie Kay mit einer eigenen Praxis selbstständig machen möchtest oder eine bestehende Praxis übernehmen willst, unterstützen wir Dich gerne. Nimm unverbindlich Kontakt zu uns auf oder komm zu unserer Infoveranstaltung für Existenzgründer.

Wir freuen uns darauf, Dich kennenzulernen!


Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Formgewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller Geschlechter.